#PKNM10: Soziale Netzwerke, Blogging und HR

Schlagwörter: Netzwerk, Personal, Social Media

In Sachen Personal begebe ich mich mit dem Universitätslehrgang "Personalmanagement und Kompetenzentwicklung mit Neuen Medien" auf bisher ungewohntes Terrain, aber wie sagt man so schön: learning by doing.

Social Media in den Personalbereichen der öffentlichen Verwaltung, geht das?

_oesterreich.gv.at.png
Bild: Logo oesterreich.gv.at

 

Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche. Ob privat oder beruflich, digitale Medien und Anwendungen sind nicht mehr wegzudenken. Österreich hatte 2018 etwa 8,8 Millionen Einwohner. Die Statistik Austria hat unter anderem auch erhoben, dass im Jahr 2019 knapp 6,6 Millionen Menschen in Österreich das Internet genutzt haben. Wie viele davon genau auch soziale Medien nutzen, das wurde im Detail nicht hinterfragt. Es wird vermutlich ein sehr großer Teil davon sein, vor allem wenn man bedenkt welche Vielzahl von digitalen Möglichkeiten es mittlerweile gibt, um Erlebtes mit anderen zu "teilen". Vor allem die Jüngeren unter uns nutzen Social Media geradezu exzessiv, was bei der Vielzahl von Plattformen wie InstagrammTwitterYoutubePinterest usw. auch kein Wunder ist. Nicht zu vergessen, die immense Anzahl an Spielmöglichkeiten im digitalen Raum. Plattformen wie LinkedIn oder Xing werden für die berufliche Vernetzung genutzt und stellen eine Verbindung aus Social Media und Jobportalen dar. Unterschätzt wird durch die Nutzer leider meist die zeitliche Komponente im Umgang mit sozialen Netzwerken.

Disziplin im Umgang mit Social Media ist gefragt und das nicht nur in Punkto Zeit, sondern möglicherweise noch mehr bei den Inhalten! Über die angeführten Netzwerken bzw. Plattformen passiert teilweise eine etwas andere Form von Kommunikation als über die althergebrachten Wege. Sehr private Dinge werden, absichtlich oder auch ungewollt, veröffentlicht und meiner Meinung nach sind sich viele der handelnden Personen hier nicht ganz im Klaren darüber, dass ihre Aktivitäten in den Netzwerken auch eventuell negative Konsequenzen haben kann.

Die technische Entwicklung schreitet so rasch voran, dass wir kaum mithalten können. Kein Wunder, dass Social Media immer und überall ein Thema ist. Dank meines Smartphones kann ich immer mit dabei sein! Egal, ob im Beruf, im Studium, in der Schule oder sogar schon im Kindergarten.

 

Was hat das aber mit der öffentlichen Verwaltung und mit deren Personal zu tun?

Vor einigen Jahren waren Jobs im öffentlichen Dienst noch etwas begehrterer. Heute ist es besonders in meinem Bereich schwer, bei potentiellen MitarbeiterInnen überhaupt ein Interesse dafür zu wecken. Es wird nicht nur an den finanziellen Aussichten liegen sondern oder an anderen Dingen.

Die demographische Entwicklung trägt ihren Teil dazu bei, dass es für die Verantwortlichen in den Personalabteilungen die jetzt schon teilweise Probleme haben, mit Sicherheit noch spannend wird. Beispielsweise werden in meinem näheren Arbeitsumfeld in den nächsten Jahren etwa 30% der MitarbeiterInnen in den Ruhestand gehen, aber nur jede(r) Dritte davon wird nachbesetzt werden.

Es gilt, genau die angesprochenen Probleme schnell anzugehen und aus den gegebenen, ohnehin nicht einfachen, Rahmenbedingungen das Optimum herauszuholen. Die öffentliche Verwaltung hat an mehreren Fronten zu kämpfen und muss dennoch die Metamorphose schaffen. Angefangen bei der Vielzahl an zu erledigenden Aufgaben über die relativ starren Strukturen bis hin zu den Herausforderungen im Rahmen von Digitalisierung und verordnete Verwaltungsvereinfachungen. Diese Dinge sind grundsätzlich sehr stark von der politischen Situation abhängig.

documents-3816835_1920.jpg   bookkeeper-1016299_1920.jpg   ipad-820272_1920.jpg  


Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung ist oft nur auf das Besetzen von offenen Stellen beschränkt, was nicht mehr reichen wird. Echte Personalentwicklung wird im öffentlichen Dienst immer wichtiger, gerade in Hinblick auf die ständig kleiner werdende Schar der MitarbeiterInnen und die steigenden Anforderungen mit dem Fokus auf die fortschreitende Digitalisierung.

Personalentwicklung im öffentlichen Dienst ist mittlerweile schon sehr viel mehr geworden, als nur einmal jährlich ein MitarbeiterInnengespräch und ein vielleicht irgend halbherzig ausgewähltes Seminar. Für Interessierte sind Maßnahmen dazu auch online abrufbar.

Im Zuge der Recherche bin ich auf ein Praxishandbuch gestoßen, das sich mit "Social Media in der öffentlichen Verwaltung" beschäftigt. Hier wird ersichtlich gemacht, dass ein deutliches Spannungsfeld in dieser nicht ganz so einfachen Beziehung besteht. Die Abbildung zeigt die Konfliktfelder, die zu bearbeiten sein werden.

             Konfliktfelder_Verwaltung-SocialMedia.jpg
Quelle: Mergel, Müller, Parycek, Schulz (2013). Praxishandbuch soziale Medien in der öffentlichen Verwaltung. S.48

 

  

Lösungsansätze?

Die Antwort die eine Lösung bringt, wird es, zumindest jetzt, nicht geben. Ein paar aus meiner Sicht wichtige Punkte, die auch als Lessons Learned gesehen werden können, möchte ich kurz anführen:

# Akzeptanz für die auf uns zukommenden Änderungen entwickeln!

# Personalentwicklungsmaßnahmen festlegen und die Durchführung sicherstellen!

# Klare Richtlinien für die Verwendung von Social Media im Dienstbetrieb sind unumgänglich!

# Die interne Kommunikation muss angepasst werden, besonders in Hinblick auf die rechtliche Komponente!

 

skills-3371153_1920.jpg

Auch wenn ich mich wiederhole, aber es kann nicht oft genug gesagt werden: Social Media kann schnell zu einem richtiggehenden Zeitfresser werden. Bei allen Bestrebungen hin zur Verwendung im Rahmen von Personalentwicklung oder Recruting muss dieser Punkt immer im Auge behalten werden und zwar von allen Beteiligten.

Zusammengefasst

Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass die Kommunikation über soziale Netzwerke längst im Bereich von Human Resources angekommen ist, aber eben nicht in der öffentlichen Verwaltung. Hier gibt es, zumindest heute noch, zu viele Hemmnisse, gerade im rechtlichen Kontext. Blogs für HR ja, für andere Bereich würde ich es eher bedenklich finden.

Ich bin aber eben nicht im HR-Bereich daher halten sich meine Erfahrungen in Grenzen. Persönlich finde ich, dass die Grenzen über kurz oder lange verschwimmen werden, was nicht unbedingt positive Auswirkungen haben wird. Für die Zukunft lasse ich mich überraschen, ob demnächst mein Mitarbeitergespräch bzw. ein Teil davon mit Unterstützung von Social Media abgewickelt wird oder noch länger konventionell.

Das für mich größte Risiko bei der Verwendung von Social Media in der Berufswelt stellt dennoch die zeitliche Komponente dar. Wer hat das selbst noch nicht erlebt, dass sich eine anfangs ganz kurze Recherche, unabhängig von der Thematik unwillkürlich in die Länge zieht. Es gibt einfach zu viele Inhalte, die mit den üblichen Suchfunktionen angezeigt werden. Der Ausdruck "Reizüberflutung" trifft das sehr gut. Hier ist dann die entsprechende Disziplin gefragt! Genau in diese Kerbe müssen auch die HR-Professionals schlagen und eventuell sogar mit definierten Zeitfenstern arbeiten, die ein Abschweifen schon von Anfang an zu verhindern helfen.

Infos - Links

Ich möchte an dieser Stelle noch zwei Blogs erwähnen, die mich beide ansprechen. Auf den ersten Blick, sehr unterschiedlich, aber informativ und gut zu lesen.

Christina Deimling 
https://imbmahara.donau-uni.ac.at/view/view.php?id=7388

Elisabeth Mayr
https://imbmahara.donau-uni.ac.at/view/view.php?id=7401

nun zu euch!

Ich bin gespannt, was so alles an Verbesserungsvorschlägen und Kritik, aber hoffentlich auch Zustimmung vielleicht sogar Lob auf mich zukommt.
Danke jedenfalls im Voraus dafür!

Grundsätzlich muss ich über mich sagen, dass ich nicht so sehr der "Blogger" oder "Schreiber" bin wie ich es vielleicht sein sollte. Wenn ich es mir aussuchen kann bevorzuge ich meist immer noch das gute alte Telefongespräch, da ich den Anspruch an mich selbst stelle, lösungsorientiert zu arbeiten. Meiner Meinung geht das eben am Telefon leichter. Beruflich betätige ich mich seit mittlerweile acht Jahren im Bereich der Arbeitssicherheit und das immer noch mit Freude.

Vorname: Karl Heinz
Nachname: Ballenstorfer
Land: Österreich

Quellen

Bilder:
österreich.gv.at, Pixabay

Zahlen, Daten, Fakten:
Statistik Austria, abgerufen zuletzt am 16.01.2020
https://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mobilitaet/informationsgesellschaft/ikt-einsatz_in_haushalten/index.html

österreich.gv.at, abgerufen zuletzt am 14.01.2020
https://www.oesterreich.gv.at/

Öffentlicher Dienst, abgerufen zuletzt am 16.01.2020
https://www.oeffentlicherdienst.gv.at/

Literatur:
Mergel, I., Müller, P. S., Parycek, P., & Schulz, S. E. (2013). Praxishandbuch soziale Medien in der öffentlichen Verwaltung. Springer-Verlag.

Kommentare

Iphigenia Athanasiadis
18. January 2020, 21:10

Lieber Karl Heinz,

gratuliere zum ersten Blog Post! Ich finde den Text sehr angenehm zum lesen, die Bilder gut positioniert, die Struktur sehr übersichtlich und das Thema sehr interessant und informativ. Besonders gut finde ich auch die Abwechslung zwischen Text, Bild und Bulletpoints und ich würde nur die Länge der Zusammenfassung ändern. Ich finde den Blog Post sehr gelungen und würde auch weitere Posts von dir gerne lesen.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende noch!

Helga Enthammer
18. January 2020, 22:56

Lieber Karl Heinz!

toller erster Blog! Ich finde du hast einen roten Faden, der Text ist übersichtlich gegliedert und die Überschriften wecken Interesse. Die Mischung aus persönlicher Erfahrung und Fakten finde ich sehr gelungen. Besonders gut gefällt mir der Absatz "Lösungsansätze" :-) Ich persönlich würde nur zu Beginn den ersten Satz vielleicht noch in Zusammenhang mit deinem Thema bringen. Ein kleiner Rechtschreibfehler ist mir noch unter "Quellen / Bilder" aufgefallen - du meinst wahrscheinlich pixabay ;-)

Liebe Grüße, Helga

2 Kommentare