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Im Kampf gegen den Fachkräftemangel mit nachhaltiger Kompetenzentwicklung

Veröffentlicht am 09. May 2020, 13:21
Zuletzt aktualisiert 21. June 2020, 21:17

 

Der Fachkräftemangel steigt und steigt, immer komplexer werdende Aufgaben prägen den Arbeitsalltag und der rasche technologische Wandel verschärft diese Thematik. Wie können wir diese Herausforderungen zukünftig meistern? Wissen, Fähigkeiten und Kenntnisse genügen dazu jedenfalls nicht mehr! Was gefragt ist, sind Kompetenzen! 

In Österreich sind laut WKO 75% aller Unternehmen von einem Fachkräftemangel betroffen, was sich auch in deren Umsätzen widerspiegelt. Eines dabei ist klar: Wir müssen etwas dagegen tun. Aber was? Fachpersonal kann man sich nicht einfach aus dem Ärmel zaubern, ein mögliches Handlungsfeld wäre jedoch die Qualifikation. (WKO, 2019) Kompetenzentwicklung sagt diesen aktuellen Herausforderungen den Kampf an!

Longmuß, Grantz und Höhne (2018, S. 69) erwähnen dazu in ihrem Beitrag das arbeitsprozessorientierte Lernen, das die Chance erhöht, mit Weiterbildung die Lücke zwischen Fachpersonal und akademischen Personal zu füllen. Die Autoren untersuchten dazu die Einführung von mediengestützten Arbeits- und Lernprozessen (Medi-ALP), mit dem Ziel, Aufstiegs- und Beschäftigungsmöglichkeiten von Fachkräften zu verbessern.

Wie funktioniert dies? Mittels Arbeitsprozessanalysen werden Probleme aus dem Arbeitsalltag aufgegriffen, deren Herausforderungen definiert und daraus Lernmodule geschnürt. Innerhalb dieser befinden sich die Medi-ALP, die von FacharbeiterInnen durch selbst gesteckte und öffentlich gemachte Ziele erarbeitet werden. TutorInnen unterstützen dabei und sorgen für die Bereitstellung der Ressourcen. Regelmäßige Feedbackschleifen dienen dem Lernerfolg. Aufgrund des hybriden Medienkonzeptes wie der Einsatz von diversen Lernmethoden, Lerninstrumenten oder Lernorten kann rasch auf externe Veränderungen eingegangen werden. 

Die Autoren konnten mit arbeitsplatznahem, individuellem und kollaborativem Lernen und dem Einsatz neuer Medien Kompetenzen aufbauen und entwickeln. (Longmuß, Grantz & Höhne, 2018, S. 56-62)

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Quelle: Pixabay

Wie können Unternehmen den Kompetenzaufbau fördern?

Lernmöglichkeiten einräumen: Mehr Eigenverant-wortung, höhere Selbstorganisation, herausfordernde Aufträge vergeben wie z. B.: Aufgaben- und Verant-wortungsbereich erweitern (Job Enrichment), Aufgabenspektrum um Zusatzaufgaben ergänzen (Job Enlargement), periodischer Wechsel des Arbeitsplatzes in verschiedene Bereiche im Unternehmen (Job Rotation)
(Lohaus & Habermann, 2011, S. 107-108)

Kollaboration unterstützen: Arbeiten in Communities of Practice, Probleme aus der Praxis im Team lösen, Lernnetzwerke auf- und ausbauen, Lernpartnerschaften bilden (MentorInnen).

Motivation: lebenslanges Lernen wird in einer lernenden Organisation gefördert und kann die MitarbeiterInnenmotivation und -bindung positiv beeinflussen (Seufert, 2011, S. 31). Aber auch eine Feedbackkultur und Entwicklungsmöglichkeiten sind - vor allem für jüngere Generationen - wesentlich an der Motivation verantwortlich (Parment, 2013, S. 6).

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Quelle: Pixabay

Checklist für Kompetenzmanagement

  • Kompetenzorientierung und Wissensmanagement in der Unternehmensstrategie festlegen
  • Transparente Kompetenzerfassung aller MitarbeiterInnen
  • Einsatz von Wissensmanagement-Tools für das Bereitstellen und Abrufen von Erfahrungswissen
  • Kompetenzorientierte Lernmethoden anbieten (z.B.: E-Learning, Blended Learning, Workplace Learning)
  • Lernen im Netzwerk fördern durch Soziale Medien (z.B.: Wikis, Foren)

 

Interkulturelle Kompetenzen steigern durch das Erlernen von Sprachen Lessons Learned

In unserer immer komplexer und dynamischer werdenden Welt, die durch Konnektivismus definiert ist, in der Wissen für alle zugänglich ist, Prognosen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, Globalisierung und dem technologischen Wandel kaum noch möglich sind, werden Kompetenzen essentiell und sollten in Unternehmen gefördert und (weiter-)entwickelt werden.

>> Wenn ihr noch mehr zu kompetenzorientiertem Lernen in Organisationen lesen möchtet, kann ich euch den Blog von Werner Sautner sehr empfehlen! <<

 

Habt ihr schon Erfahrungen mit Kompetenzmanagement in eurem Unternehmen gemacht? Oder selbst schon diese Richtung eingeschlagen bzw. -führt? 

Bin über euer Feedback gespannt! :-)

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Literatur

Lohaus, D., & Habermann, W. (2011). Weiterbildung im Mittelstand: Personalentwicklung und Bildungscontrolling in kleinen und mittleren Unternehmen. München: Oldenbourg.

Longmuß, J., Grantz, T. & Höhne, B. (2018). Mediengestützte Arbeits- und Lernprojekte als Instrument der betrieblichen Kompetenzentwicklung. In Ahrens, D. & Molzberger, G. (Hrsg.), Kompetenzentwicklung in analogen und digitalisierten Arbeitswelten, Kompetenzmanagement in Organisationen (S. 53-72). Abgerufen von https://doi.org/10.1007/978-3-662-54956-8_1

Parment, A. (2013). Die Generation Y. Mitarbeiter der Zukunft motivieren, integrieren, führen. Wiesbaden: Springer Gabler.

Seufert, S. (2011). Corporate Learning 2.0—Eine Renaissance der Lernenden Organisation. In: A. Trost & T. Jenewein (Hrsg.): Personalentwicklung 2.0: Lernen, Wissensaustausch und Talentförderung der nächsten Generation. (S. 31-46). Freiburg: Haufe Group.

WKO (2019). Fachkräftesicherung. Abgerufen von https://www.wko.at/service/unternehmensfuehrung-finanzierung-foerderungen/fachkraeftesicherung.html